4 Uhr am Morgen: der Wecker klingelt. Noch etwas verschlafen drücke ich die Aus-Taste. 1 Stunde später stehe ich um 5 Uhr am Morgen am Hauptbahnhof mit einem Rucksack, bereit für die Reise nach Westerland (Sylt) und wieder zurück und das an einem Tag. Planmäßige Abfahrt des Zuges: 5:19 Uhr. Die Fahrt führt mir Umsteigen in Berlin nach Westerland, dortige Ankunftszeit: 13:37 Uhr. Rückfahrt um 14:20 Uhr und Ankunft in Dresden schlussendlich 22:40 Uhr, wieder mit Umstieg in Berlin. Auf der Hin- und Rückfahrt habe ich genau dieselben Strecken genommen, sodass ich jetzt lediglich von der Hinfahrt berichte und noch ein paar Bilder von der Rückfahrt mit reinpacke. Abfahrt! Pünktlich um 5:19 Uhr fährt der neue Intercity in Richtung Warnemünde los.
Info : Die Tickets habe ich über den Onlineshop der Deutschen Bahn, meine persönliche Empfehlung, da dies die einfachste Möglichkeit zum Ticketkauf ist. Man kann wählen zwischen "Super Sparpreis" (nicht stornierbar), "Sparpreis" (stornierbar, City-Ticket inklusive: In der Abfahrts- und Ankunftsstadt, 130 Städte in Deutschland zählen sich dazu, kann man in bestimmten Zonen kostenlos noch mit dem ÖPNV zu seinem Zielort fahren), "Flexpreis" (stornierbar, City-Ticket, keine Zugbindung: man kann auf der Strecke, die man gebucht hat, jeden beliebigen Zug nehmen zu jeder möglichen Zeit an diesem Tag bzw. am Tag davor; Wichtig! : Mit einer IC-Fahrkarte kann man keine ICEs auf der gebuchten Strecke benutzen, weil ein ICE ja "höherwertig" ist als der IC), "Flexpreis Plus" (stornierbar, City-Ticket, keine Zugbindung, inklusive Sitzplatzreservierung, schon 1 Tag bevor und 2 Tage nach der eigentlichen Reise gültig).
Außerdem gibt es noch Bahn-Cards: BahnCard 25: 25% Rabatt auf alle Tickets; verschieden Ausführungen MyBahnCard,SeniorenBahnCard usw., BahnCard 50: 50% Rabatt auf die Flexpreise und 25% auf die Sparpreise, BahnCard 100: Kostenlos ein Jahr lang reisen für 4.339 Euro in der 2. Klasse. Für weitere Informationen bitte hier klicken.
Fahrradmitnahme ist möglich, aber reservierungspflichtig. Gerade in der Sommersaison muss man lange im Voraus reservieren, denn oft gibt es nur 6-8 Fahrradstellplätze.
Noch eine kleine Information für Personen, die ein Nahverkehrsticket im VBB für die passende Strecke besitzen: Ihr könnt kostenlos mit dem IC von Elsterwerda nach Berlin Hbf fahren.
Interrail Tickets können auf der gesamten Strecke genutzt werden und das auch ohne Sitzplatzreservierungen, jedoch lohnt es sich im Sommer die Sitzplätze zu reservieren. Bitte beachte Regelungen über Fahrten im Wohnsitzland, falls du in Deutschland wohnst!
Der Dresdner Hauptbahnhof von innen
Abfahrtstafel: Abfahrt 5:19 Uhr mit Intercity 2274 von Gleis 3 B-C
der neue, doppelstöckige Intercity
Vor ein paar Jahren gab es noch einmal am Tag eine Direktverbindung von Dresden mit dem Intercity nach Westerland, diese wurde leider eingestellt bzw. bis Berlin verkürzt, sodass man immer (mindestens) in Berlin umsteigen muss. Von Berlin fährt dann ein direkter Intercity und es bestehen 30 Minuten Umsteigezeit, also genug Zeit für " Zwischenfälle". Wie schon erwähnt sind auf der Strecke, bis auf ein IC1 der älteren Generation, nur Intercity 2 unterwegs, die von dem österreichischen Betreiber "Westbahn" abgekauft und ein bisschen umgestaltet wurden. Die Intercitys sind relativ kurz (bestehend aus 4 Wagen) und werden deshalb in der Sommersaison immer sehr voll. Trotzdem ist dieser Zug sehr pünktlich und ich persönlich habe erst zweimal eine Verspätung erlebt (ich bin schon ca. 10-15 Mal auf der Strecke Dresden-Berlin und teilweise weiter nach Warnemünde unterwegs gewesen), diese umfasste maximal 20 Minuten. Konkrete Verspätungsdaten für Fernverkehrszüge in weiten Teilen Europas kann man übrigens immer sehr gut über Zugfinder einsehen. Des Weiteren können die Intercitys der Firma "Stadler Rail" eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h erreichen, darauf wird man aber noch eine Weile warten müssen. Zurzeit befindet sich die Strecke Dresden-Berlin im Ausbau für eine Höchstgeschwindigkeit von 200km/h, voraussichtlich bis 2028. Bis dahin fahren die Züge mit 160 km/h nach Berlin. Wer sich damit näher befassen will findet auf dem Bau-Infoportal der Bahn weitere Informationen.
Die Intercitys sind, wie ich finde, sehr bequem und durchgehend (also auch in der 2. Klasse) mit Kunstledersesseln ausgestattet.
1. Klasse-Sitze, 3 Sitze pro Reihe, mehr Beinfreiheit, Essen am Platz, sonst keine größeren Unterschiede zur zweiten Klasse
Sitze der 2. Klasse, kaum Unterschiede im Sitzkomfort gegenüber der 1. Klasse, nur etwas weniger Platz
Ein Kuriosum ist, dass es auch Sitzbänke gibt (s. Foto unten), sowohl am Tisch als auch im Gang. Nur die Sitzbänke mit Tisch könne reserviert werden.
Sitzbank im Gang, keine Platzreservierung möglich
Ausstattungsmerkmale:
Steckdosen
Sitz nach hinten verstellbar
Speisekarte; es gibt einen Snackautomaten im Zug
WLAN verfügbar
Kaffeemaschinen für frischen Kaffee
Sitzplatzreservierungsanzeige über dem Platz
Gepäckfächer über den Sitzen, größere Gepäckfächer sind am Wagenende aufgestellt
Treppen nach unten und oben im Intercity
Fahrgstinformationssystem im neuen Intercity
sehr saubere Toilette
Intercity 2 Außenansicht
Nach 2 Stunden Fahrt in der Dunkelheit wird es langsam hell und wir kommen leicht zu spät in Berlin Südkreuz an (ca. 3 Minuten). Der Zug hält außerdem davor am neuen BER-Flughafen Terminal 1-2. Weiter geht es zum Berliner Hauptbahnhof, der in Fahrtrichtung Warnemünde und Dresden unten im Keller angefahren wird (Berlin Hbf (tief)). Hier warte ich auf den Intercity nach Westerland (Sylt).
Berlin Hbf mit seinen 4 Etagen und seinen vielen (kleinen) Läden, oben eine Berliner S-Bahn
lichtdurchflutete Eingangshalle, im Hintergrund eine Berliner Straßenbahn
Der Intercity fährt ein
Nach einer guten halben Stunde Wartezeit kommt der Intercity pünktlich um 8:04 Uhr an. Es ist noch ein älterer IC, den ich persönlich aber trotzdem sehr bequem finde. Er besitzt neben dem Großraumwagen auch noch einzelne Familienabteile mit 6 Plätzen, sowie 1. Klasse Abteile mit 4 Plätzen. Auf meiner Fahrt war der Intercity sehr leer und die Fahrt war wirklich sehr entspannt. Zuerst geht es über die Schnellfahrtstrecke nach Hamburg, wo wir auch öfter mal 200km/h erreichen. Gras-,Wald- und Feldlandschaften wechseln sich ab und wir rauschen durch kleine Siedlungen. Nach einem Halt in Ludwigslust folgt direkt Hamburg Hbf und sogleich geht es weiter über Itzehoe (gesprochen Itzehoo) und Niebüll weiter nach Westerland. Die Strecke ist nicht sonderlich abenteuerlich, jedoch bieten sich gerade in Hamburg, zwischen dem Hamburger Hauptbahnhof und dem Bahnhof Dammtor gute Ausblicke über die Außenalster. Auch die Hochbrücke Hochdorn ist eine kleine "Sehenswürdigkeit", danach folgt der Höhepunkt: der Hindenburgdamm.
Großraumwagen 1.Klasse, 3 Sitze pro Reihe, mehr Platz
Großraumwagen 2. Klasse
Die Sitze im Intercity sind sowohl in der 1. als auch in der 2. Klasse sehr bequem und lassen sich doch sehr weit zurückklappen. Es gibt auch hier WLAN, das funktioniert und Leselampen über dem Platz. Eine saubere Toilette ist vorhanden und es gibt noch ein Bordbistro, das ich wärmstens empfehlen kann. Das Essen ist wirklich sehr lecker und "wenn noch Salz fehlt", steht das Salz am Tisch bereit zum "Nachwürzen".
Eingangsbereich mit Toilette im IC1
das Bordbistro, es mutete sehr modern an
Planted Chicken mit Reis; das Bordbistro/Bordrestaurant lockt mit vielen leckeren Bio-, veganen und vegetarischen Speisen
Zugbegegnung; in Itzehoe wurde auf eine Diesellok gewechselt, weil der Abschnitt Itzehoe-Westerland nicht elektrifiziert ist
langsam gleitet der Zug über die Hochbrücke "Hochdorn" über Felde und Wiesen...
...und natürlich über den Nord-Ostsee-Kanal
die Siedlung Hochdorn
Blick von der Eiderbücke auf den Fluss "Eider"
Autoverladeterminal in Niebüll
Nach 2 15-Minuten Aufenthalten in Itzehoe und Niebüll fahren wir weiter Richtung Hindenburgdamm. Der Zug hatte zwischendurch immer mal wieder etwas Verspätung, konnte diese aber durch lange Aufenthalte wie o.g. wieder rausholen.
es wird langsam enger auf dem Festland...
...und dann folgt der Hindenburgdamm
Das absolute Highlight ist, wie schon erwähnt, der Hindenburgdamm. Man hat das Gefühl, dass man über das Meer fährt. Im komplett leeren Waggon (2 Personen sitzen noch in meinem Wagen) genieße ich die Fahrt über den Damm und das bei wolkenverhangenem Himmel.
Sylt in Sicht!
Ankunft in Westerland (Sylt)
Fast pünktlich um 13:40 Uhr, mit 3 Minuten Verspätung, erreichen wir Westerland (Sylt). Ich gehe etwas schneller raus, denn ich will ja nochmal zum Strand kucken, bevor mein Zug um 14:20 Uhr losfährt. Wie man sieht sind es nicht allzu viele Personen, die bis nach Westerland gefahren sind. Im Hintergrund sieht man einen Regionalzug und den Autozug nach Niebüll.
Diese Diesellok zieht den Zug von Itzehoe nach Westerland und zurück
der Bahnhof Westerland von innen
der Bahnhof von Westerland von außen
Auf dem Weg zum Strand, vorbei an sehr schönen Häusern
Bis zum Strand in Sylt läuft man ungefähr 1 km. Dazu sollte man beim Bahnhof direkt rechts in die Fußgängerzone abbiegen und dann links in die Maybachstraße bzw. später auch Norderstraße. An der nächsten großen Kreuzung dann links in die Brandenburger Straße abbiegen und man befindet sich schon auf der Zielgerade. Nur noch über den Deich und man sieht das Meer. Man kriegt das hin in 40 Minuten, muss sich aber trotzdem ein bisschen beeilen. Besser also man bleibt noch eine Nacht da.
der breite Strand in Westerland
die Nordsee
die Strandpromenade
auch eher hässliche Betonbauten dominieren teilweise das Bild in Westerland
die Fußgängerzone
Nach diesem kleinen Rundgang komme ich gegen 14:05 wieder am Bahnhof an. Die Rückfahrt steht an. Ich zeige euch jetzt noch ein paar Bilder der Rückfahrt, werde aber nicht groß was dazu schreiben, da es dieselbe Strecke zurückgeht.
Abfahrt nach Hause
Abteil der 1. Klasse von außen
das sagenumwobene Sylt Shuttle Plus siehe Extra 3-Realer Irrsinn
schöne Häuser mit Schilfdächern
auf dem Hindenburgdamm, im Hintergrund kann man schon Windräder auf dem Festland sehen
Das spiegelt ganz schön! Ich hoffe ihr könnt trotzdem was erkennen: Hindenburgdamm
Aufenthalt in Langenhorn, ein Gegenzug kommt vorbei; dieser Abschnitt ist eingleisig
Fahrradmitnahme möglich
Hamburg: Blick auf die Binnenalster: manchmal sind die kleinen Dinge einfach schön
Abteil 2. Klasse; es gibt einige wenige Familienabteile im Intercity
Berlin Hauptbahnhof: oben auf der Brücke: der eben angekommene Intercity aus Westerland
Berlin Hauptbahnhof von außen
Fazit:
Die Reise verlief wirklich sehr entspannt. Kaum jemand ist mitgefahren und ich war bisweilen alleine im Großraumwagen. Ich kann diese Reise nur jedem empfehlen, natürlich könnt ihr auch eine Zwischenübernachtung in Westerland wählen. Auf dieser Reise hatte ich wirklich nichts zu bemängeln. Direktverbindungen gibt es auch von Köln und anderen deutschen Städten.
Ich hoffe euch hat mein Blog gefallen! Fragen könnt ihr sehr gerne in die Kommentare schreiben!
Posted 2 years ago

TrainTravellerSommer
Traveller
11 comments
argon
Traveller
485 comments
Ja , hab ich auch gemacht , ebenfalls in den Winterferien , war sehr schön , den leeren Intercity hab ich als Profilbild :) Kann ich nur empfehlen !