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Willkommen zurück in der ICE-Blogreihe! Heute geht es um den neusten ICE, den ICE4. Alles Wissenswerte zu diesem Fahrzeug erfährst Du in diesem Blog!

Ticketkauf bei der DB


Steckbrief ICE 4

Höchstgeschwindigkeit: 265km/h

Höchstgeschwindigkeit im planmäßigen Betrieb in Deutschland: 265km/h

Sitzplätze insgesamt: 918/830/444 Plätze (je nach Länge)

Länge: 13/12 oder 7 Waggons

kuppelbar: ja (nur Kurzzüge)

Fährt seit: Dez. 2017

Haupteinsatzgebiet heute: Hamburg/Berlin- Schweiz (Mix mit ICE1)

bester Sitzplatz: siehe unten

Erkennungsmerkmal: siehe unten


Geschichte

Da die ICE 1 und 2 immer älter werden und man sowieso neue Fahrzeuge brauchte, dachte die Deutsche Bahn über neue ICE-Züge nach. Auch wenn es in Deutschland vier Strecken gibt, die 300km/h erlauben, ging man zwischenzeitlich davon aus, dass in Zukunft eine Höchstgeschwindigkeit von 250 das Maß aller Dinge ist. Es gibt noch zwei Strecken, die 280km/h erlauben, aber auch nur in Teilen. Auch die neue Schnellfahrstrecke Stuttgart-München wurde nur für 250km/h geplant. Deswegen hatte der ICE4 anfangs nur eine Höchstgeschwindigkeit von 250km/h, was ich persönlich etwas schade finde. 2021 entschied man sich aber, durch eine neue Software diese Maximalgeschwindigkeit auf immerhin 265km/h anzuheben.

Gefahren werden kann diese Geschwindigkeit in Deutschland auf sechs Strecken, nämlich zwischen:

Nürnberg und Ingolstadt, Nürnberg und Erfurt (in Teilen), Erfurt und Leipzig/Halle, Frankfurt und Siegburg/Bonn, Hannover und Würzburg und Mannheim und Stuttgart.

Die ersten vier Strecken erlauben eigentlich sogar 300km/h. Das kann aber nur der ICE3, weswegen der ICE4 auf diesen Strecken im Vergleich zum ICE3 einige Minuten Fahrzeit verliert.

Vom ICE4 gibt es lange und kurze Züge. Die langen Züge sind viel häufiger und haben im Normalfall 12 Waggons, einige haben auch 13. Die kurzen Züge haben 7 Waggons und können auch in Kupplung zu zweit fahren. Man sieht sie aber derzeit eher seltener.


Fahrplan und Fahrkarten Kassel-Frankfurt

Stand: 2020

Die schnellen ICE-Züge zwischen Kassel und Frankfurt fahren nonstop und brauchen 1:23h. Abfahrt ist von 0737 Uhr bis 2137 Uhr immer zur Minute 37. Die Züge kommen aus Hamburg und fahren weiter in die Schweiz. Meines Wissens nach reicht es für den Fahrplan, wenn der ICE hier 250km/h fährt. Wenn er Verspätung hat, kann es aber sein, dass er zwischen Kassel und Fulda die 265km/h ausnutzt.

Es gibt noch eine zweite Linie, die etwas langsamer ist. Zwischen 0714 Uhr und 2114 Uhr kommst Du immer zur ungeraden Stunde (!) in 1h30 nach Frankfurt. Das ist die Linie Berlin-Schweiz.

Drei außerplanmäßige Züge fahren um 0615, 2015 Uhr und 2223 Uhr ab.

Zusätzlich gibt es noch ein paar Verbindungen mit Umstieg und ein paar ICE/IC-Züge, die über Marburg fahren und deswegen aber über 2h Fahrzeit brauchen. Diese Züge sind nur interessant, da dort oft kurzfristig noch Sparpreise verfügbar sind.

Auf der Strecke Kassel-Frankfurt verkehren auch RE mit einer Fahrzeit von ca. 2,5h.

Den Fahrplan für Deinen jeweiligen Reisetag kannst Du auch einfach hier nachschlagen.

Eine Fahrkarte kostet zwischen 17,90EUR (Supersparpreis) und 56,60EUR (Flexpreis). Sollte der billigste Sparpreis ausverkauft sein, gibt es meistens noch viele weitere Sparpreise in der Preisspanne. Rabatt bekommst Du mit einer Bahncard (25% auf Sparpreise, 50% auf Flexpreise mit einer BC50). Fahrkarten kannst Du einfach online kaufen auf der Website der Deutschen Bahn. Nutze diese Möglichkeit, um uns von rail.cc zu unterstützen. Denn wir bekommen eine kleine Provision, der Preis für Dich bleibt aber gleich!


Erkennungsmerkmal

Zu erkennen ist der ICE4 am einfachsten an seiner „Schnauze“. Diese ist eine interessante Mischung aus rund (ICE3) und viereckig (ICE1+2). Daneben ist an der Seite eine relativ auffällige Kante dazugekommen. Ich finde, das kann man nicht verwechseln. Seht selbst:


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Ankunft des ICE4 in Kassel-Wilhelmshöhe



Start in Kassel

Es ist ein sonniger Oktobermorgen, als ich zum Fernbahnhof Kassel-Wilhelmshöhe laufe. Mein ICE, der aus Berlin kommt, steht schon angeschlagen und wird auch sehr pünktlich sein. In Kassel fahren nahezu alle ICE-Züge auf Gleis 2 oder 3 ab, die sich direkt unter der großen Anzeige am Haupteingang befinden. Über eine große Rampe (früher sollten hier auch mal Autos auf Züge fahren können) kommst Du nach unten zum Gleis. Der Gleisbereich hier direkt unter dem Bahnhofsgebäude ist etwas dunkel und zugig. Schöner ist es, wenn man auf dem Bahnsteig etwas nach vorn läuft, dort ist es sonniger. Pass aber auf, wo der Zug hält. Der Bahnsteig ist meistens länger als der Zug. Aber das Nach-Vorn-Laufen hat noch einen weiteren Vorteil, den ich Dir gleich erkläre.


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Blick auf den Bahnhof Wilhelmshöhe

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Kassel-Wilhelmshöhe innen

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große Anzeigetafel

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Blick zur Rampe von Gleis 2

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Bahnsteig 2 in Kassel Wilhelmshöhe

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Bahnsteige weiter außen


Innenausstattung

Sitzplätze

Der ICE4 hat nur Großraumwagen. Eigentlich… (dazu gleich mehr). Somit ist die Sitzplatzverteilung relativ monoton. Die Reihen der 2. Klasse werden ab und zu unterbrochen durch große Gepäckablagen (z. B. vorn links im Bild):

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2.Klasse im ICE4


In der 2. Klasse gibt es entweder 4er oder 2er. Die 4er haben einen schönen großen Tisch. Gleiches gilt für die 1. Klasse. Jedoch ist in der 1. Klasse immer eine Reihe, die nur Einzelplätze hat. Die Sitze sind hier aus Leder anstatt aus Stoff.


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4er in der 2. Klasse im ICE4

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2er in der 2. Klasse im ICE4

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Blick in die 1. Klasse im ICE4


Eigentlich nicht viel zu sagen. Aber die Sitzaufteilung kennst Du ja vielleicht sowieso schon aus den anderen ICE-Baureihen-Blogs! Aber etwas wäre da noch…


Bester Sitzplatz

Der ICE4 hat nur Großraumwaggons. Eigentlich. Bis auf ein kleines „Abteil“ am Anfang des Zuges, welches erfolgreich Widerstand leistet. Und genau das ist auch mein Lieblingsplatz. In den Köpfen des Zuges (also Anfang und Ende) gibt es hinter dem Führerstand einen ganz kurzen „Großraumabschnitt“ mit nur 2x4 also 8 Plätzen. Sitzt man im Idealfall hier alleine, hat man völlige Ruhe. In der Coronakrise kann man da auch ohne Probleme mal auf den Mundschutz verzichten.

Möchtest Du diesen Platz für Dich haben, gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man reserviert, oder man steigt möglichst direkt hier ein. In Kassel oder Frankfurt bedeutet das deswegen: ganz weit aus der Bahnhofshalle hinauslaufen (in Kopfbahnhöfen machen das übrigens die wenigsten, somit bekommt man den Platz auch oft!)


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Blick in das „kleine Abteil“

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zwei 4er Plätze mit Tisch – mein Lieblingsplatz in ICE4


Weitere Ausstattung

Was hier noch wichtig zu sagen wäre: der ICE4 hat sehr gute Kapazitäten für die Fahrradmitnahme. Diese ist aber reservierungspflichtig! Fahrrad-Abteile befinden sich am Anfang und Ende des Zuges.

Für Familien mit kleinen Kindern besteht (wie in allen Fernzügen) Möglichkeit, im „Kleinkindabteil“ Platz zu nehmen, bzw. dort eine Reservierung vorzunehmen. Um genau zu sein, sind das somit doch noch einige wenige Abteile. Neben diesem Bereich gibt es (ebenso wie in allen Fernzügen) einen Ruhebereich, indem das Telefonieren untersagt ist.

Zu guter Letzt möchte ich euch auch das WC nicht vorenthalten. Davon gibt es pro Waggon zwei Stück.


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Fahrradmitnahme im ICE4

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Kleinkindabteil im ICE4

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WC im ICE4


WLAN+Entertainment

In allen ICE-Zügen gibt es inzwischen WLAN. In IC-Zügen wird es bald auch vollständig nachgerüstet sein (Stand: 12/2021). Du kannst Dich mit jedem Gerät damit verbinden, auch an den großen Bahnhöfen gibt es dieses Angebot inzwischen. Ganz unterhaltsam ist auch das ICE-Portal. Neben nützlichen Informationen zur Fahrt kann man hier Artikel über die DB lesen, Filme schauen (powered by JOYN) und Musik hören. Es sind allerdings nicht alle Filme oder Musiktitel verfügbar.


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WLAN im ICE4

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im ICE-Wlan musst Du Dich noch einloggen

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das ICE-Portal


Bordrestaurant

Natürlich hat dieser ICE wie alle anderen auch einen leckeren Speisewagen. Man kann sich entweder setzen, oder etwas zum Mitnehmen am Tresen kaufen. Die Fotos habe ich aus verschiedenen Zügen, da bei meiner Fahrt von Kassel nach Frankfurt viele Tische besetzt waren


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Kiosk im ICE-Bordrestaurant

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Sitzbereich im ICE-Bordrestaurant

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Insgesamt macht das Bordrestaurant einen sehr neuen und noblen Eindruck. Ich bin positiv überrascht! Das Angebot ist übrigens das Gleiche wie in allen anderen ICE-Zügen.


Reservierung/Interrail

Der ICE ist in Deutschland glücklicherweise nicht reservierungspflichtig. Hat man eine gültige Fahrkarte (auch Interrail), kann man einfach mitfahren. Wenn man möchte, kann man sich natürlich freiwillig im Vorfeld seinen [Lieblingsplatz für 4EUR reservieren] (https://rail.shop/bahn)

Das wird dann an den Kopfstützen der Sitze an der Seite angezeigt. Die Kopfstützen sind übrigens recht präsent und sind auch ein typisches Merkmal für das Innenleben des ICE4.


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Reservierungsanzeige im ICE4


Impressionen von der Fahrt

Zu Anfang ist es ein ungemütlicher Herbsttag. Bis Frankfurt wechseln sich dicke Wolken und Sonnenschein ab. Schon relativ schnell beschleunigt der ICE auf sein Maximum von (damals noch) 250km/h. Bis Fulda nutzt er die Schnellfahrstrecke, die bis 280km/h ausgebaut ist (250 in Tunneln).


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die höchste Geschwindigkeit, die ich an diesem Morgen einfangen kann

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es wird etwas sonniger


Die Schnellfahrstrecke ist gekennzeichnet von vielen Tunneln und hohen Brücken. Das macht die Fahrt recht spannend und ermöglicht mir ab und zu, ein kurzes Video zu drehen:

(leider erst in der nächsten Version verfügbar)

Bald halten wir zwischen. Das wird auf der Anzeigetafel immer mit einem schönen Bild der Stadt kundgetan, was ich sehr nett finde.

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wir erreichen Fulda

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Anzeigetafel im ICE4


Danach wird es etwas langsamer. Die Strecke bis Frankfurt ist noch nicht sehr schnell, sie wird in den nächsten Jahren aber noch ausgebaut. Sehenswert ist hier die Kinzigtalsperre in Fahrtrichtung links. Dann wird Frankfurt Hbf angekündigt, die Tafel zeigt eine Reihe von Anschlusszügen. Schon bei der Einfahrt in den Bahnhof sieht man die Wolkenkratzer der Stadt.


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die Kinzigtalsperre zwischen Fulda und Frankfurt

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wir erreichen Frankfurt Hbf

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Frankfurt Hbf

Ich bleibe noch am Gleis stehen, bis der ICE wieder abfährt. Er wechselt hier die Fahrtrichtung und fährt weiter Richtung Schweiz.

Frankfurt ist ein sehr großer Bahnhof. Von außen sehr schön, es gibt mehrere große Abfahrtshallen und einen Querbahnsteig, wie für Kopfbahnhöfe üblich. Auch diverse Einkaufsmöglichkeiten finden sich hier. Die DB-Lounge ist auch sehr schön, wo Reisende mit Bahncard und Bahncomfort-Status gratis Getränke bekommen.


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Frankfurt Hbf in der Außenansicht

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Abfahrtshallen in Frankfurt

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633fe18b978d3.jpgQuerbahnsteig in Frankfurt Hbf

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DB-Lounge in Frankfurt Hbf


Stadtrundgang in Frankfurt

Frankfurt ist weit mehr als seine Hochhäuser. Bis ich mir an diesem Tag die Stadt angesehen habe, wusste ich das gar nicht so richtig. Aber wirklich sehr gefallen hat mir die Altstadt, die im Krieg zerstört, aber (teilweise) wieder aufgebaut wurde. Vor allem den Römerberg kannte ich aus vergangenen Erinnerungen von der Modelleisenbahn. Sehr schön ist auch die Kathedrale (neben den Hochhäusern rechts im Bild).

Von den Mainbrücken hat man dann aber doch auch nochmal einen guten Blick auf die Wolkenkratzer der Stadt, die mehr oder weniger auch ihr Markenzeichen sind. Ob man sie mag, ist jedem selbst überlassen.


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der Frankfurter Römerberg

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Blick auf Frankfurts neue „Skyline“


Fazit

Da ich ein großer Fan von Geschwindigkeit bin, ist der ICE4, ein Zug, (der nicht einmal die Höchstgeschwindigkeit aller Strecken ausnutzen kann), eigentlich eine Fehlinvestition. Auch weil davon noch sehr viele neue Züge gebaut werden, obwohl mehrere neue Strecken in Deutschland für 300km/h geplant sind.

Aber genug der Kritik: der Zug macht innen wirklich etwas her! Er ist sauber, modern und schick. Ich fahre grundsätzlich gern mit, gerade wenn wenig los ist und ich meinen Lieblingsplatz für mich habe.

Hier findest Du nochmal den Link für Deinen Ticketkauf bei der Deutschen Bahn: https://rail.shop/bahn

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Ich hoffe der Blog hat Dir gefallen! Bis bald wieder auf rail.cc/raildude.com!

Posted 1 month ago

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Tobi
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